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Programm


Mittwoch, 05. Juni 2019

19.30 Uhr

Begrüßung und Eröffnung der Tagung

Rolf Senst

Stellv. Vorsitzender der APS

Bischof Dr. Franz Jung (angefragt)

Diözese Würzburg

NN

für die Stadt Würzburg

20.00 Uhr

Eröffnungsvortrag

Martin Grabe

Vernetzt! Verbunden! Verstrickt?

Psychotherapie und Seelsorge in einer digitalisierten Welt

Dieser Eröffnungsvortrag möchte in das Thema einführen und für die große Relevanz des Kongressthemas sensibilisieren.

Wir sind auf dem Weg zum „homo digitalisatus". Die digitale Technik bedient uns zunächst, aber - meist ohne es recht zu merken - passen wir uns komplementär an sie an. Allein das Handy hat sich unentbehrlich gemacht und Lebensgewohnheiten stark verändert. Es erlaubt Kommunikation auf vielen Kanälen, erübrigt das Lexikon, kann filmen und rechnen. Während wir es ständig ganz dicht bei uns tragen, fast wie ein Körperteil, werden im Hintergrund unglaubliche Datenmengen über uns gesammelt. Was hat dieses digitale Eingebundensein für Auswirkungen auf unser Leben, unsere Beziehungsgestaltung und unseren Freiheitsbegriff? Wo liegen Chancen und wo Gefahren? Mit welchen besonderen Problemen und Herausforderungen hat es die Psychotherapie und die Seelsorge zu tun?

Dr. med. Martin Grabe, Psychiater und Psychotherapeut, ist Ärztlicher Direktor der Klinik Hohe Mark in Oberursel und 1. Vorsitzender der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (APS). Er ist verheiratet, hat vier Kinder und lebt in Kronberg im Taunus. Lehraufträge in Masterstudiengängen im Fach Praktische Theologie.

Bücher u.a.: „Wie funktioniert Psychotherapie? Ein Buch aus der Praxis für alle, die es wissen wollen" (neu), „Lebenskunst Vergebung", „Die Alltagsfalle", „Wege aus der Trauer", „Zeitkrankheit Burnout". Mitherausgabe der Zeitschrift P & S, Magazin für Psychotherapie und Seelsorge.


Donnerstag, 06. Juni 2019

8.30 Uhr

Morgendliche Einstimmung: Andacht und Musik

Mihamm Kim-Rauchholz und Hohe Mark-Band

9.00 Uhr

Pause

9.15 Uhr

Helmut Roderus

Künstliche Intelligenz, virtuelle Realität und weitere Möglichkeiten der Digitalisierung

Die Auswirkungen der Digitalisierung sind heute bereits in nahezu allen Lebensbereichen präsent - und doch hat die digitale Transformation aus der Sicht von Fachleuten gerade erst begonnen. Sie wird noch zahlreiche tiefgreifende und aus heutiger Sicht kaum vorstellbare, disruptive Veränderungen mit sich bringen. Dieser Vortrag setzt beim aktuellen Stand einiger für den digitalen Wandel prägenden Technologien an und beschreibt deren zukünftige Anwendungsmöglichkeiten und Auswirkungen, z.B. Virtuelle Realität, Künstliche Intelligenz, Machine Learning und Soziale Medien. Er soll hinführen zu einer kritischen Auseinandersetzung, die nicht bei negativen Zukunftsszenarien stehen bleibt, sondern zu einer aktiven und konstruktiven Auseinandersetzung mit dem digitalen Wandel gelangt.

Prof. Dr. Helmut Roderus, ist Professor für Medieninformatik und Gründungsdekan der Fakultät Medien an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Ansbach.

Geb. 1959, verheiratet mit Ursula Roderus, vier Kinder. Gemeinsam mit seiner Frau Ursula Gründer und seit mehr als 20 Jahren Vorstand von Nestli e.V., einer christlichen Beratungs- und Seminararbeit in Bechhofen.

Studienbeirat am Institut für christlich orientierte Traumabegleitung (ICTB).

10.30 Uhr

Pause

11.15 Uhr

Harald J. Bolsinger

Die Ethik der digitalisierten Welt:

Warum es vielleicht geschieht!

Worin liegen die ethischen Grundlagen der Digitalisierung und welche weltanschaulichen Prägungen stecken hinter gängigen Aussagen zur Digitalisierung und Big-Data?

Der Beitrag von Harald Bolsinger zeigt auf, „warum es vielleicht geschieht!". Anhand der historisch-philosophischen Grundlegung der heute erlebten Digitalisierung wird der Frage nachgegangen, inwieweit die Prophezeiungen der Digitalisierungs-Evangelisten einem reduktionistischen Weltbild folgen. Anhand der Gefahren, die sich aus dieser Sichtweise ergeben können, werden konkrete Werte vorgeschlagen, wie mit Digitalisierung menschenorientiert umgegangen werden kann. Das aufgezeigte Werteset bereitet den Boden für einen breiten Diskurs zum Umgang mit Digitalisierung, Big-Data & Co.

Prof. Dr. rer. pol. Harald J. Bolsinger, geboren 1973, beschäftigt sich mit nachhaltiger Unternehmensführung und Wertemanagement sowie wirtschafts- und unternehmensethischen Grundfragen. Der Würzburger Wirtschaftsethiker sammelte umfangreiche Praxiserfahrung in Firmenkundenbetreuung und Vertrieb im genossenschaftlichen Bankensektor sowie als Wirtschaftsförderer für die Stadt Nürnberg und in selbständiger Unternehmensberatung. Er ist in zahlreichen Initiativen zur Förderung nachhaltiger Unternehmensführung, Unternehmensverantwortung und christlichen Werten im Geschäftsleben aktiv. Bolsinger lehrte an verschiedenen Hochschulen und ist derzeit Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der FHWS Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt.

12.30 Uhr

Mittagspause

14.30 Uhr

Wolfgang Stock

Postfaktisches Denken und Entscheiden

Meinungsbildung im Netz und Manipulation

Schlimm genug, dass unsere Erinnerungen fehlbar sind - in „postfaktischen" Zeiten wird auch die Realität manipuliert. Machthungrige Personen, Formen und Mächte finden mit „Big Data" unsere emotionalen Angriffspunkte und manipulieren uns - nicht nur per Facebook und Twitter, sondern dank moderner Technologie sogar mit täuschend „echt" verfälschten Filmaufnahmen. Wo bleibt die „Wahrheit", um deren Erkenntnis die Philosophen seit Jahrtausenden gerungen haben? Und wie können wir unsere Identität bewahren (und unsere Kinder eine eigene entwickeln), wie können wir „eigene" Entscheidungen treffen, wenn wir rundherum manipuliert werden?

Prof. Dr. phil. Wolfgang Stock war knapp zwei Jahrzehnte in führenden journalistischen Funktionen tätig (FAZ, Berliner Zeitung, Focus, Welt am Sonntag) und anschließend mit eigener Agentur Kommunikations-Berater großer Organisationen (u.a. Erfinder des wöchentlichen Video-Podcasts der Bundeskanzlerin). Sein besonderes Interesse gilt den Social Media. Stock studierte Geschichte und Politische Wissenschaften in Würzburg sowie International Relations in Oxford (dort auch Promotion). 2004/2005 hatte er die Vertretungsprofessur für Journalistik an der Justus-Liebig Universität Gießen inne, zudem war er viele Jahre lang Professor an der Gustav-Siewerth-Akademie (Bierbronnen) und Lehrbeauftragter an der Europa-Universität Viadrina (Frankfurt/Oder) und der Alice-Salomon-Hochschule Berlin, seit 2016 lehrt er an der IST-Hochschule für Management (Düsseldorf). Er ist Autor mehrere Bücher (u.a. im Jahr 2000 die erste Biographie über Angela Merkel).

15.45 Uhr

Pause

16.30 Uhr

Eberhard Freitag

Zwischen Faszination und Kontrollverlust:

Herausforderung „Medienabhängigkeit"

Die „digitale Nabelschnur" versorgt uns mittlerweile an jedem Ort und zu jeder Zeit zuverlässig auch mit emotionalen Nährstoffen. So können Social Media-Anwendungen, Computerspiele und Cybersexangebote kompensatorisch aber passgenau tiefe menschliche Bedürfnisse und Sehnsüchte bedienen und gewissermaßen als psychische Prothese fungieren. Ein regelmäßiges Eintauchen in Bildschirmrealitäten kann eine machtvolle Eigendynamik entfalten - bisweilen mit sehr problematischen Auswirkungen auf Leib und Leben. In Ansätzen diagnostisch erfasst, gilt es, „neue" Suchtphänomene zukünftig verstärkt in den Blick zu nehmen und dazu Handlungsstrategien für Prävention, Beratung und Therapie zu entwickeln. Anregungen aus der Praxis für die Praxis.

Eberhard Freitag, Dipl. Pädagoge, systemischer Berater, Krankenpfleger, verheiratet, 2 Töchter. Gemeinsam mit seiner Frau Tabea Freitag gründete er im Jahre 2008 die return-Fachstelle Mediensucht in Hannover, die beide gemeinsam bis heute leiten. Gründungsmitglied des Fachverbands Medienabhängigkeit e.V.

Die an das Referat anschließende Diskussionsrunde wird er gemeinsam mit seiner Ehefrau Tabea moderieren, die als Psychologische Psychotherapeutin über die gemeinsamen Tätigkeiten hinaus in eigener Praxis tätig ist.

ab 18.00 Uhr

Abend zur freien Gestaltung

Angebote zum Kennenlernen unserer Gastgeberstadt Würzburg:

Stadtführungen

Wie beim letzten Mal organisieren wir wieder spannende Stadtführungen für alle Interessierten. Start um 18.30 Uhr beim CCW. Kosten ca. 8,00 €, zahlbar bei Beginn. Genauere Informationen werden noch bekanntgegeben.

Besuch des „Würzburger Weindorfs"

Parallel zu unserem Kongress findet das 33. Würzburger Weindorf statt! Das Kultweinfest auf dem Oberen und Unteren Marktplatz. 12 Wirte geben alles, damit ihre Gäste täglich fränkische Festkultur vom feinsten erleben können. Gruppen können einen Tisch reservieren unter:

www.weindorf-wuerzburg.de/weindorfwirte


Freitag, 07. Juni 2019

8.30 Uhr

Morgendliche Einstimmung: Andacht und Musik

Mihamm Kim-Rauchholz und Hohe Mark-Band

9.00 Uhr

Pause

9.15 Uhr

Seminarblock A

10.45 Uhr

Pause

11.30 Uhr

Seminarblock B

13.00 Uhr

Mittagspause

14.30 Uhr

Seminarblock C

16.00 Uhr

Pause

16.45 Uhr

Seminarblock D

18.15 Uhr

Pause

20.00 Uhr

Abend der Kultur und Begegnung mit Dieter Falk & Band

Toccata: von Bach bis Pop

„So hat man klassische Musik lange nicht mehr gehört." (Welt am Sonntag)

Dieter Falk & Band live mit „Toccata: von Bach bis Pop"; diese Feier - oder man möchte fast sagen Party - zu Ehren der vermutlich wichtigsten Protagonisten der Kirchenmusikgeschichte ist eine Herzensangelegenheit der Band. Zu hören sind Dieter Falk, einer der erfolgreichsten deutschen Musiker, Komponisten und Produzenten, sowie sein 24jähriger Sohn Max (Drums & Percussion), Christoph Terbuyken (Bass) und Samuele Frijo (Keys).
In ihrer Bühnenshow spielen Dieter Falk & Band die bekanntesten „Hits" von J.S. Bach genauso wie die unvergesslichen Choräle von Paul Gerhardt und Martin Luther in einer mitreißenden Mischung aus Pop, Rock, Klassik und Jazz.

Ein spannendes, interaktives Konzert mit Songs und Grooves aus drei Jahrhunderten, bei dem auch die Stimmbänder und Lachmuskeln der Zuhörer gerne „strapaziert" werden.

Dieter Falk kann bereits fünf ECHO-Nominierungen und über 20 Millionen verkaufte CDs verbuchen. Der ehemalige Kirchenmusiker und Musikprofessor an der Robert-Schumann Musikhochschule Düsseldorf wurde 2012 als „Klavierspieler des Jahres" ausgezeichnet (Bundesverband Klavier) und mehrfach als „Keyboarder des Jahres" (Fachblatt Musikmagazin). 2017 war sein Pop-Oratorium „Luther" mit 30.000 Sängern, 200.000 Besuchern und noch weit mehr Fernsehzuschauern ein großer Erfolg.

Der Eintritt ist im Kongressbeitrag enthalten!

Gäste (die zu diesem Abend herzlich willkommen sind) können an der Abendkasse Karten für 12,- € erwerben.


Samstag, 08. Juni 2019

8.30 Uhr

Morgendliche Einstimmung: Andacht und Musik

Mihamm Kim-Rauchholz und Hohe Mark-Band

9.00 Uhr

Pause

9.15 Uhr

Christine Knaevelsrud

Digitale Medien in der Psychotherapie

Christine Knaevelsrud

Mit der Entwicklung des Internets als Massenkommunikationsmittel ist ein breitgefächertes Spektrum von internetbasierten Therapie-, Beratungs- und psychologischen Informationsangeboten einhergegangen. Eine Vielzahl von Metaanalysen deutet auf eine mit konventionellen Psychotherapien vergleichbar hohe Effektivität der Onlinetherapie. Im europäischen Ausland ist die internetgestützte Psychotherapie bereits integraler Bestandteil des Regelversorgungssystems. Ziel des Vortrages ist es, eine Übersicht zur Wirksamkeit bisheriger internet-gestützten Interventionen zu vermitteln, die Besonderheiten des therapeutischen Kontaktes zu beleuchten und anhand konkreter Fälle das Prozedere einer Onlinetherapie exemplarisch darzustellen. Das Potential und die Grenzen onlinebasierter Psychotherapie sollen diskutiert werden.

Prof. Dr. Christine Knaevelsrud, Professorin für Klinisch-Psychologische Intervention an der Freien Universität Berlin; Studium der Psychologie in Amsterdam/New York City; Promotion in Zürich, Psychologische Psychotherapeutin; Zentrale Forschungsschwerpunkte: Traumafolgestörungen, Einsatzmöglichkeiten digitaler Medien in der psychotherapeutischen Versorgung.

10.30 Uhr

Pause

11.15 Uhr

Matthias Clausen

„Ich poste, also bin ich?"

Digitalisierung aus der Perspektive der Theologie

Gesellschaftliche Zauberwörter brauchen Präzisierung: „Digitalisierung" ist vieles, kann den Siegeszug des Internet meinen, die Automatisierung und Vernetzung von Arbeitsprozessen, die Abkehr von analogen Medien, die Veränderung von Kommunikationsgewohnheiten, die Verbreitung sozialer Netzwerke u.v.m.

Schon deswegen sind auch aus Sicht der Theologie weder Verschwörungstheorien noch blinder Fortschrittsoptimismus angesagt. Digitalisierung birgt enorme Chancen, besonders in der Mission; sie erleichtert viele Arbeiten und verschafft (potenziell!) Zeit für anderes, wichtigeres.

Sie birgt aber auch Risiken, kann Gespräch und vertieftes Nachdenken eher erschweren. Wie sieht also ein gut informierter Umgang mit ihren Chancen und Grenzen aus? Dafür braucht es Wissen, Spaß an Technik, Gelassenheit, Selbstbewusstsein und einen klaren Blick für die angemessenen geistlichen Prioritäten.

Prof. Dr. Matthias Clausen, Karl Heim-Professor für Evangelisation und Apologetik an der Ev. Hochschule TABOR in Marburg und Theologischer Referent des Instituts für Glaube und Wissenschaft (IGUW). Als Vortragsredner bundesweit unterwegs, vor allem an Hochschulen. Jahrgang 1972, verheiratet, drei Kinder. Sein besonderes Interesse: das werbende Gespräch mit Menschen, die dem Glauben abwartend und skeptisch gegenüber stehen.

12.30 Uhr

Verabschiedung

12.45 Uhr

Ende des Kongresses